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Abgeltungssteuer

Abgeltungssteuer

Ab 2009 wurde die Besteuerung privater Kapitalerträge neu geregelt.
Kapitalerträge, wie z.B. Sparzinsen, Dividenden, Investmenterträge, werden mit einem einheitlichen Abgeltungssteuersatz von 25% (zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) besteuert. Zu diesen Erträgen gehören generell auch Gewinne aus der Veräußerung von Aktien und Wertpapieren, selbst dann, wenn diese länger als ein Jahr gehalten werden. Der Abgeltungsteuersatz gilt auch, wenn der persönliche Einkommensteuersatz des Anleger höher als 25% ist; bei einer niedrigeren Steuerbelastung können die Kapitalerträge in die Veranlagung einbezogen und dem niedrigeren persönlichen Steuersatz unterworfen werden (vgl. § 32s EStG).

Hinsichtlich der Besteuerung von Zinserträgen im Betriebsvermögen oder im Zusammenhang mit Einkünften aus Vermietung und Verpachtung bleibt es bei der bisherigen Besteuerung.

Gewinne aus der Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften bei mindestens 1%iger Beteiligung sind statt bisher mit 50%( Halbeinkünfteverfahren) mit 60% einkommensteuerpflichtig (Teileinkünfteverfahren). Bei Gewinnausschüttungen kann der Anteilseigner ggf. statt der Abgeltungssteuer das Teileinkünfteverfahren wählen (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG); in diesem Fall sind auch 60% der Werbungskosten abzugsfähig.

Aufgrund der neuen Besteuerungsregelungen für private Kapitalerträge ergeben sich ggf. Überlegungen bzw. Dispositionen, die im Hinblick auf den 31. Dezember 2008 zu beachten sind:

- Wertpapiere, Aktien, GmbH- Anteile (bei weniger als 1% Beteiligung), Investmentfondsanteile usw., die bis zum 31. Dezember 2008 erworben werden, fallen nicht unter die Neuregelung. Das bedeutet, dass Gewinne aus der Veräußerung dieser Anteile auch ab 2009 langfristig steuerfrei bleiben, wenn sie länger als ein Jahr gehalten werden.

- Für Gewinnausschüttungen aus Kapitalgesellschaften gilt ab 2009 statt das Halbeinkünfteverfahren ebenfalls die 25%ige Abgeltungssteuer bzw. das Teileinkünfteverfahren. Dies führt regelmüßig zu einer höheren Steuerbelastung. Da hier das Zuflussprinzip gilt, ist insbesondere bei GmbHs zu prüfen, ob Ausschüttungen noch bis Ende 2008 vorgenommen bzw. vorgezogen werden können.

- Es ist darauf hinzuweisen, dass Werbungskosten im Zusammenhang mit Kapitaleinkünften, die der Abgeltungsteuer unterliegen, nur noch dann unbeschränkt geltend gemacht werden können, wenn diese bis zum Jahresende bezahlt werden bzw. abfließen. Ab 2009 ist ein Abzug tatsächlicher Werbungskosten nicht mehr möglich, es kommt lediglich der Sparer- Pauschbetrag in Höhe von 801 € ( bei Ehegatten: 1.602 €) in Betracht (§ 20 Abs. 9 EStG).


Kirchensteuer bei privaten Kapitalerträgen ab 2009

Die Kreditinstitute, Finanzdienstleister und andere Schuldner der Kapitalerträge behalten Kirchensteuer auf Kapitalerträge ein und führen diese über die Finanzämter an die Kirchen ab. Da die im Abzugswege erhobene Kirchensteuer nicht mehr – wie die übrige Kirchensteuer- als Sonderausgaben abgezogen werden kann, vermindert sich als Ausgleich der Kapitalertragsteuersatz von 25% auf 24,45%. Von der sich ergebenden Kapitalertragsteuer wird die Kirchensteuer ermittelt und ebenfalls- neben dem Solidaritätszuschlag – von den Kapitalträgern einbehalten.
Voraussetzung ist, dass dieses Verfahren bei der Stelle, die die Kapitalerträge auszahlt, unter Angabe der Religionszugehörigkeit schriftlich beantragt wird ( §51a Abs. 2c EStG). Bei gemeinsamen Konten von Ehregatten, die nicht der gleichen Kirche angehören oder nicht beide kirchensteuerpflichtig sind, ist zusätzlich anzugeben, in welchem Verhältnis die Kapitalerträge den Ehegatten zustehen, damit die Ermittlung der Kirchensteuer und die Zuordnung zu den Kirchen zutreffend erfolgen kann.


Verzicht auf den Antrag zum Kirchensteuerabzug

Wird bei der Stelle, die die Kapitalerträge auszahlt, kein Antrag auf Berücksichtigung der Kirchensteuer durch Steuerabzug gestellt, wird die auf Kapitalerträge entfallende Kirchensteuer später im Rahmen einer „ Veranlagung zur Kirchensteuer“ vom Finanzamt erhoben (§ 51a Abs. 2d EStG). Dabei sind die einbehaltenen Kapitalertragssteuerbeträge unter Vorlage entsprechender Bescheinigungen anzugeben. Es erfolgt nur eine Nacherhebung der Kirchensteuer, und zwar auf Grundlage des geminderten Kapitalertragssteuersatzes von 24,45%. Die tatsächlich im Wege des Steuerabzuges mit 25% eingehaltene Kapitalertragssteuer ändert sich dadurch nicht.

Der Vereinfachungseffekt durch die Abgeltungssteuer stellt sich somit nur ein, wenn ein entsprechender Antrag auf Kirchensteuerabzug beim Anlageinstitut gestellt wird.

Für Kapitalerträge, für die keine Kapitalertragsteuer einzubehalten oder die Steuerpflicht dadurch nicht abgegolten ist (z.B. private Darlehen, Darlehen des GmbH- Gesellschafters an „seine“ GmbH), wird die Kirchensteuer wie üblich als Zuschlag zur Einkommensteuer erhoben. Entsprechendes gilt, wenn eine Einbeziehung aller Kapitalerträge in die Veranlagung beantragt wird, weil der persönliche Steuersatz geringer als 25% ist ( sog. Günstiger Prüfung)

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